Steigerwaldtour August 2009


Am 30. August starteten wir zu einer Tour durch den Steigerwald. Rainer´s Bericht ist - wie man von ihm kennt - so aufschlussreich wie humorvoll:
Wir verabredeten uns für 9.30 Uhr mit vollgetankten Maschinen an der Friedenseiche in Bürglein und zählen sieben Maschinen.
Ralf trifft auf seiner Suzuki mit uns – Ingeborg und ich auf unseren BMW´s - als erster ein, Manfred mit Heidi auf ihrer Honda 1000 CBF und Harry mit Inge auf deren Suzuki 1000 V-Strom kommen zusammen. Patrick verspätet sich wegen eines Missgeschicks auf seiner 998 er Duc etwas . Werner kommt zunächst auf seiner Ducati allein und wir sind schon enttäuscht, doch Sylvia will von zu Haus aus bis zur Friedenseiche ein paar Schritte zu Fuß gehen. Ralf will uns bis zur Mittagspause ein Stück begleiten, weil er seinen Kindern versprochen hat, diesen Tag an den See zu fahren.
Also - Aufstellung zum Gruppenfoto und los geht’s. Ich fahre also voraus über Dietenhofen, Neuhof/Zenn nach Markterlbach und beginne bereits unterwegs, von den fahrenden Maschinen Bilder zu machen. Wir erreichen rasch Neustadt an der Aisch und fahren östlich ein Stück die B 470 um dann nördlich gen Gutenstetten einzubiegen. Hier müssen wir schon der ersten Umleitung folgen, weil durch einen Festbetrieb die Ortsdurchfahrt unmöglich ist. In Münchsteinach sind wir wieder auf der planmäßigen Strecke und fahren flott weiter über Burghaslach, Schlüsselfeld, Richtung Geiselwind, um alsbald Ebrach zu erreichen. Während eines kurzen Ampelstops kommt von Heidi kurz die Bemerkung, dass wir doch heute sehr flott unterwegs sind. Am Kloster in Ebrach machen wir für die Raucher den ersten Halt, ich erzähle etwas über die weitere Strecke und will die Mittagspause abklären. Das nützt aber nicht viel , denn kaum, dass wir wieder 300 m fahren , ist Ralf auch schon an der Abzweigung vorbei und nur mit lautem Hupen innerorts können wir ihn zurück halten.
Ab jetzt nehmen wir die Steigerwald-Höhenstraße unter die Räder und es geht total kurvig auf und ab durch dichten Wald. Die Strecke von Ebrach bis Eltmann dürfte als das reizvollste Teilstück gelten. Patrick und Ralf zischen vor und sind flott unterwegs. Ich ziehe nach und bleibe in Sichtweite ohne die beiden einholen zu können, wartete allerdings in Untersteinbach, bis die Heilsbronner , Werner mit Sylvia sowie meine Frau nachkommen, da wir kurz links und gleich danach wieder rechts abbiegen müssen. Ich winke alle vorbei und fortan fährt Ingeborg voraus. Scheinbar mißfällt ihr meine Strecke, denn als wir am Ortsende von Fabrikschleichach links abbiegen sollten Richtung Eltmann, folgt sie der Hauptstraße, weil sie e i t e l ohne Brille, den Wegweiser nicht lesen kann. Manni erkennt die Situation und fährt ihr rasch hinterher um sie zurückzuholen. So kann man die Tageskilometer auch in die Höhe treiben ! Erneuter Versuch und ich schicke sie wieder voraus den Berg hoch durch den Wald und siehe da, sie drischt ihre BMW mit fast 1?? (Zensur!!!) Sachen durch den Wald.
Patrick und Ralf sind schon ein paar Zigarettenlängen auf dem Parkplatz vor einem uns bekannten Gasthaus in Eltmann und warten. Erst als wir ankommen, stellte Patrick fest, dass das Gasthaus geschlossen hat. Ralf telefoniert mit seinen Lieben zuhaus und hofft schon darauf, dass die Familie vielleicht doch nicht an den See will, damit er mit uns die Tour zu Ende bringen kann. Trotz aller Überzeugungsversuche geht leider sein Plan nicht auf und er muss zurück. Wie bei den zehn kleinen Negerlein sind wir fortan nur noch sechs Maschinen.
Ingeborg erzählt mir so nebenbei, dass der Drehzahlbegrenzer während der bisherigen Fahrt schon mal einsetzte, als sie versuchte, Anschluß zu halten. In Eltmann überqueren wir den Main und erreichen bald die B 26, der wir westlich bis nach Schweinfurt folgen werden. Zuerst plagt uns allerdings der Hunger und der Uhrzeiger neigt sich der Zwölf zu. Die Bundesstraße umgeht meist die Orte und man weiß nicht, wo man nach einem guten Lokal Ausschau halten soll. Also einfach fahren . . . Wir haben Glück und ich erspähe rechts einen Landgasthof an der Straße. Wir bringen Leben in die Bude und richten uns gemütlich für die Mittagsrast ein. Das Essen ist gut und günstig, wir müssen nicht allzu lange warten, kurzum, Glück gehabt.
Während wir am Mittagstisch sitzen, erreicht mich Ralf am Handy und erzählt mir, dass er schon zu Haus angekommen ist und in Rekordzeit die Strecke zurück gelegt hatte. Sylvia schlägt vor, in die Richtung ihrer Heimat weiter zu fahren, aber hierfür ist nun nichts ausgearbeitet und so entschließen wir uns, dies nachzuholen und ihre Mutter dann mal zum Kaffee zu besuchen. Heidi ist enttäuscht, weil ich zum Aufbruch dränge und keine Zeit für Espresso bleibt. Wir sind ja schließlich nicht zum Vergnügen unterwegs.
Ich möchte meine ausgearbeitete Tour erfahren. Die B 26 also weiter über Zell am Main nach Hassfurt, wo wir einer umständlichen zweiten Umleitung Folge leisten müssen. Der Weg auf der B 26 nach Schweinfurt zieht sich. Ausgebaut für 250 km/h , aber laufend beschränkt . . . In Schweinfurt verlieren wir uns kurz , müssen wir doch mehrmals abbiegen und etliche Ampelkreuzungen überfahren. Wir folgen der B 286 nördlich, Richtung Bad Kissingen, erreichen Poppenhausen und während ich meine Streckenbeschreibung, die ich auf mehrere Seiten verteilen muss, austausche, tanken wir auch gleich die Motorräder wieder auf. Wieder zurück auf der B 286 biege ich eine Ortschaft zu bald ab und Manni erkennt dies zu spät. Nach ein paar Minuten Wartezeit in Oerlenbach ist er wieder hier. Aufgrund eines fehlenden Wegweisers verfahren wir uns und erreichen fälschlicherweise Ebenhausen, obwohl wir nach Ramsthal wollen. In Ramsthal folgen wir dann der dritten Umleitung, weil die Ortsstraße wegen eines Festes gesperrt ist. Auf der B 287 rollen wir bergabwärts und der Fluß Saale ist mehrfach ausgeschildert. Da ich bereits nach einem Cafe Ausschau halte und am nächsten Kreisverkehr auf einen Ort an der Saale aufmerksam werde, fahre ich am nächstmöglichen Abzweig der Bundesstraße raus, in der Hoffnung, dass dies die anderen auch machen werden. Aber nein, Inge kann nicht halten, Werner mit Sylvia fährt ebenso vorbei und Manni hat auch zuviel Geschwindigkeit, um rechtzeitig anzuhalten. Einzig Harry mit Inge und Patrick sind bei mir. Während die drei warten, fahre ich den anderen nach um sie zu holen, die haben aber schon gewendet und kommen mir schon wieder entgegen. Also zurück, wo Patrick und Harry samt Inge noch warten.
Ich erkläre, dass ich für uns ein Cafe suche und deshalb so kurzerhand versuchte, anzuhalten. Ich vernehme kurze gemurmelte Unstimmigkeiten und weiter geht’s auf die Straße. Auf der 287 erreichen wir alsbald Hammelburg und durchfahren den Ortskern. Hier ist es so schön - ein großer, gepflasterter Marktplatz, Lokale, Hotels mit Tischen in der Sonne und eine Eisdiele, die zur Einkehr einlädt. In letzterer geben wir eine Bestellung auf und ruhen uns etwas aus. Mittlerweile parken schon mehrere Motorräder neben den unseren. Als wir dann wieder gemeinsam die Motoren starten, gehört uns die Aufmerksamkeit aller Marktplatzbesucher. Eine weitere Umleitung in Hammelburg führt uns aus dem Ortskern heraus und fortan geht es auf der B 27 Richtung Karlstadt. Diese Strecke ist nun nach den vielen geraden Bundesstraßenkilometern zwischen Hassfurt und Schweinfurt so richtig gut. Ständiges Auf und Ab und schöne Kurven wie im Steigerwald, nur auf ausgebauten Straßen, machen so richtig Spaß. Sehr flott erreichen wir Gössenheim und fahren ein Stück der Werra entlang um dann bald Karlstadt zu durchfahren. Zwischendurch ist die Ortsdurchfahrt in Eußenheim kurz vor Karlstadt etwas verstopft und wir nutzen den Halt, um auf Ingeborg zu warten. Bei den vorangegangen Geschwindigkeiten war sie doch etwas überfordert. Ab Karlstadt änderen wir unsere Fahrtrichtung wieder gen Süden und fahren über Retzbach, vorbei an Thüngersheim und Veitshöchheim fast immer gerade nach Würzburg. In Würzburg verfolge ich das Ziel, Bilder von uns am Main ganz nah am Wasser zu machen. Die Gruppe reißt jedoch an den Ampeln im Stadtgewühle auseinander und irgendwann erreichen wir in praller Sonne einen schönen Abstellplatz ganz nah am Main. Doch schon bald drängt Heidi zum Aufbruch, weil ihr in der Sonne zu warm ist. Über Umwege verlassen wir auf der B 8 Würzburg und fahren auf einer zweispurigen neuen Kraftfahrstraße Richtung Kitzingen. Weil ich ständig nach meiner Alternativroute über Castell Ausschau halte, muss ich eine Ducati Monster mit Erlanger Kennzeichen ziehen lassen. Einzig weil in meiner Excel-Liste eine Zeile verschoben war, erkenne ich zu spät, dass ich den Abzweig nach Rödelsee verpasst habe. Somit fahren wir auf der B 8 weiter vorbei an Mainbernheim, Iphofen, Markt Einersheim und durch Markt Bibart. Wir wollen in Ipsheim noch kurz Einkehr halten, hierfür hat vorrangig Inge Kamm einen Grund und sofort nach Markt Bibart verlassen wir die B 8 in Richtung Sugenheim. Meine Inge ist direkt hinter mir und überholt schön flott mit, weil wir kurz zuvor durch Rentner auf Kaffeefahrt ausgebremst worden sind. In Deutenheim biegen wir südwärts nach Rüdisbronn ab und Patrick überholt mich zügig. Bis mir bewusst wird, dass wir in Rüdisbronn nicht der Hauptstraße folgen wollen, dies jedoch Patrick wahrscheinlich nicht weiß, fahr ich ihm nach, kanne ihn aber nicht stellen !
Wie bei den Negerlein: da sind es nur noch fünf. Ich schicke Ingeborg mit den Verbliebenen voraus und per SMS teile ich Patrick mit, dass wir in Ipsheim noch einkehren wollen, er besucht aber bereits Ingeborg´s Schwester in Egenhausen. Sylvia kann in Ipsheim schon nicht mehr entspannt sitzen, und so fahren die beiden allein einstweilen nach Hause . Ducati-Sitzbank ist halt keine BMW-Sitzbank ! Da sind es nur noch vier. Kaum dass wir in Ipsheim Platz genommen haben, erreicht mich Patrick´s Antwort von der Ankunft in Egenhausen. Da hat er seiner Duc aber ordentlich die Sporen gegeben. Nachdem Inge wieder lächeln kann und wir etwas trinken können, brechen auch wir auf um die letzten Kilometer gar nach Haus zu fahren. Über Oberndorf nach Mailheim geht es weiter nach Jobstgreuth, von wo aus eine traumhafte Straße über Kuppen und Senken Kurve an Kurve nach Steinbach und weiter hinab nach Buch führt. Dort angelangt, schlängelt die ausgebaute Straße über Trautskirchen nach Neuhof. Alpenkönig Manni ist wieder ortskundig und zieht mal locker mit geschätzten 170 Sachen an mir vorbei und auf der Ortsverbindungsstraße von Neuhof nach Hirschneuses hoch mache ich die letzten Bilder während der Fahrt. In Bonnhof halten wir noch kurz an, um uns zu verabschieden. Wir können auf eine wunderschöne Stammtischausfahrt zurückblicken. Etwas über 370 km Strecke, je nach Maschine und Tacho, wundervoller Sonnenschein, kein Tropfen Regen und somit saubere Maschinen bis zum Schluß und viele Bilder für den nächsten Bilderabend am Stammtisch während der Wintermonate. Ciao Rainer
Ach ja, zu Haus, da waren´s nur noch zwei !